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Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur hat ein neues Handbuch namens "Mit Medien bilden - Der Seh-Sinn in der Medienpädagogik" veröffentlicht. Dort werden Konzepte, Projekte und Positionen der Medienpädagogik dargestellt. Im Fokus stehen Fragestellungen, wie Kinder und Jugendliche den heutigen medialen Bildwelten begegnen und welche Bedeutung das Visuelle und Bildhafte in der Medienpädagogik hat.
Im ersten Teil setzen sich Experten aus Wissenschaft und Praxis mit der visuellen Orientierung in Erziehung und Bildung und dem Ansatz zum pädagogischen Widerwillen gegen den Seh-Sinn, den Dieter Baacke in den 90iger Jahren kritisierte, auseinander. Dieser besagt, dass das pädagogische Denken und die pädagogische Praxis vor allem in Schulen, aber auch in anderen Institutionen, jede Art von Sinnerfahrung, auch das Sehen, versucht einzuschränken. So dürfen Kinder demnach nur anschauen, was Eltern und Pädagogen ihnen erlauben – das Sehen ist somit gelenkt und kontrolliert. Nun stellt sich die Frage, wie im Bereich der Pädagogik die kreativen Möglichkeiten der Wahrnehmung mit allen Sinnen genutzt wurden, wie sich Bildung modernisiert hat und wo Defizite bestehen. Es wird beispielsweise die Unzuverlässigkeit und Manipulierbarkeit von Bildern und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Medienbildung thematisiert. Weiterhin wird die ‚bildfeindliche’ Einstellung in Bildung und Lehre untersucht oder wie Wissen visuell vermittelt werden kann.
Teil 2 des Handbuches nimmt unterschiedliche Arbeits- und Themenfelder in den Fokus. Dort setzen sich die Autoren z.B. mit der Medienbildung an Schulen auseinander. Im dritten praktischen Teil des Buches geben Preisträgerinnen und Preisträger des Dieter Baacke-Preises in Interviews Auskunft über die Grundlagen und Konzepte ihrer medienpädagogischen Arbeit. Sie berichten sehr praktisch über ihre jeweiligen Zielgruppen, ihre Motivation und Methoden und geben Tipps für die Praxis. Das Handbuch liefert Anregungen, Medien sinnvoll und pädagogisch wirksam einzusetzen.
Der Dieter Baacke-Preis zeichnet jährlich bundesweit beispielhafte medienpädagogische Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Familien aus. Der Preis wird gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) verliehen. Das Handbuch zum Dieter Baacke Preis informiert über aktuelle Konzepte und Methoden qualitätsorientierter Medienarbeit mit verschiedenen Zielgruppen und unterschiedlichen Medien.
Autoren
Jürgen Lauffer, Dipl. Soziologe, systemischer Organisations- und Unternehmensberater, ist seit 1986 Geschäftsführer der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur. Renate Röllecke, MA, Medienpädagogin, ist seit 1994 Referentin für Medienpädagogik und Medienbildung in der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur.