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Zum 10-jährigen Jubiläum des Gautinger-Internettreffens ist die Broschüre "Von den Computerfreaks zur Mediengenration" von dem Verein SIN-Studio im Netz in der Reihe Multimedia Band 12 veröffentlich worden. Als im März 2000 das erste Treffen mit Medienpädagogen, Erziehern und Experten aus der Medienbranche stattfand, gab es noch kein YouTube, oft verlief der Internetzugang über ein externes Modem und Digitalkameras waren Luxusgüter.
Einhergehend mit technischen Veränderungen, haben sich auch die Zielvorstellungen der Medienpädagogik weiterentwickelt. Ehemalige Referenten der bisherigen Gautinger-Internettreffen sowie Medienexperten haben zum diesjährigen Jubiläum Texte geschrieben und blicken in der neu erschienen Publikation auf die aktuelle Situation der Medienpädagogik oder entwerfen Zukunftsvisionen.
So beschreibt Dr. phil Nadia Kutscher in ihrem Artikel "Von der digitalen Spaltung zur digitalen Ungleichheit", wie schwierig es ist, dass alle Menschen das Internet nutzen können. Der Zugang ins Netz ist oft für bestimmte Gruppen, dazu zählen Senioren sowie Migranten oder Menschen mit Behinderungen, wesentlich schwieriger. Zudem zeichnet sich laut Autorin innerhalb der Internetgemeinde ein ähnliches Bild ab, denn je besser der Bildungsgrad, desto besser werden Inhalte von Webseiten, Funktionen oder Datenschutzbestimmungen verstanden.
Dr. Sonja Moser hat in der Broschüre hingegen einen Auszug aus ihrer Promotion "Partizipation, wie wir sie sehen…-Beteiligung aus der Sicht von Jugendlichen" veröffentlicht. Heranwachsende vom Lande oder aus der Stadt äußern sich dazu, wie wichtig ihnen die Medien Internet und Computer sind. Zu Wort kommen unter anderem die beiden 15-jährigen Mädchen Karla und Leonie, sie chatten gerne, um mit Leuten aus der näheren Wohnumgebung lockeren Kontakt zu haben. Die 18-jährige Antonia erklärt außerdem wie wichtig es ihr sei, via E-Mail mit anderen Menschen Kontakt zu haben und der 20-jährige Sandro sucht im Netz nach aktuellen Informationen. Deutlich wird bei diesen Aussagen: PC und Internet sind für Jugendliche wichtig, um sich zu beteiligen und sich Wissen aneignen zu können.
Die Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, Jutta Croll, und die Projektleitern von Youth Protection Roundtable, Katharina Kunze, berichten in dem Artikel "Medienkompetenz 2.0" über neue Formen der Medienkompetenz: Kinder und Jugendliche sollten heutzutage in der Lage sein, zu reflektieren, welche privaten Daten sie im Netz offenbaren. Außerdem sollten sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, das Informationen, die ins Internet gelangen, auch langfristig dort zu finden sind. Der Bericht verdeutlicht zudem Chancen und Risiken, die sich durch das Mitmachnetz Web 2.0 ergeben. Im Bereich Jugendmedienschutz wird darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, jungen Nutzern in der virtuellen Welt auf Augenhöhe zu begegnen und sie in ihrer Freude am Umgang mit neuen Medien zu unterstützen.
Die Broschüre kann auf der Webseite von SIN-Studio im Netz für 9,50 Euro bestellt werden.