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Medienarbeit - ganz praktisch

Susanne Bernsmann, Carolin Bretl, Stiftung Digitale Chancen

Kurs 'Festplatteneinbau' im Mädchenzentrum Szenenwechsel, Neukölln

Das Mädchenzentrum Szenenwechsel im Norden Neuköllns besuchen Mädchen und junge Frauen verschiedener Nationalitäten und Schultypen. Auch das Team der Mitarbeiterinnen setzt sich aus Frauen mit unterschiedlichem kulturellem und sprachlichem Hintergrund zusammen. Neben regelmäßigen Angeboten wie Hausaufgabenbetreuung, kreativem Gestalten oder wechselnden Kursen wie Theater und Tanz bildet seit 2002 das Multimediacafé mit Internetzugang den Mittelpunkt der Einrichtung. Darüber hinaus ist das Mädchenzentrum auch das Medienkompetenzzentrum für den Bezirk Neukölln und somit die zentrale Einrichtung und wichtigster Ansprechpartner für die regionalen Jugendeinrichtungen mit medienpädagogischen Angeboten.

Für Einrichtungen wie das Mädchenzentrum Szenenwechsel sind die Vernetzung und der Austausch mit anderen Einrichtungen sowie die Unterstützung von Unternehmen und Non-Profit-Institutionen für den Erfolg und die Nachhaltigkeit der offenen Jugendarbeit sehr wichtig. Über die Stiftung Digitale Chancen konnten dem Mädchenzentrum fünf gebrauchte Laptops der Boston Consulting Group vermittelt werden, die aus datenschutzrechtlichen Gründen ohne Festplatten bereitgestellt wurden. Diese hat die Stiftung Digitale Chancen zusätzlich zur Verfügung gestellt, damit die Laptops in der praktischen Medienarbeit eingesetzt werden können.

Da im Szenenwechsel die technischen Geräte und Anwendungen bei der Vermittlung von Medienkompetenz als integraler Bestandteil gesehen werden, hat die Einrichtung diese Spende zum Anlass genommen, einen praktischen Kurs über den Einbau und die Konfiguration von Festplatten für interessierte Mädchen anzubieten. Obwohl die Laptops im Vergleich zu neuen Geräten nicht sofort verwendet werden konnten, sehen die Mitarbeiterinnen dies als Bereicherung für ihre Einrichtung - vor allem mit dieser positiven Verknüpfung, technische Kompetenzen zu vermitteln. Die nun zusätzlich zur Verfügung stehenden Rechner erlauben außerdem einen freieren und flexibleren Umgang im Arbeitsalltag - auch für das Verleihen an Besucherinnen und andere Einrichtungen.

Die Mitarbeiterin Monica Mönster hat den jungen Teilnehmerinnen anschaulich erklärt, wie sie die Geräte einsatzfähig machen können - dabei durften sie alles anfassen, drehen und festschrauben. Währenddessen haben sie etwas über den Aufbau der Geräte erfahren und Berührungsängste verloren. Medienkompetenz steht nicht alleine für sich', sagt Susanne Gross, Leiterin des Medienkompetenzzentrums. Wir verbinden dies immer mit einem praktischen Anliegen. Wenn die Mädchen selbst mit den Medien umgehen, können sie diese auch besser einschätzen. Das ist auch bei der Flut an Informationen im Internet sehr wichtig.' Als klassisches Beispiel nennt sie das Recherchieren verschiedener Quellen, wie z.B. Inhaltsangaben über Bücher im Internet - da kommt schnell die Frage auf: Stimmt das auch alles, was dort geschrieben steht? In dem Fall können die Mitarbeiterinnen die Mädchen dafür sensibilisieren, nicht einfach alles ungeprüft aus dem Internet zu kopieren.

Bei der Arbeit im Multimediacafé stellen der Austausch und das gegenseitige Erklären der Mädchen untereinander während der freien Nutzung von Computer und Internet, aber vor allem auch die Beteiligung von älteren fachkompetenten Mädchen einen zentralen Aspekt dar. Die Vermittelnden können so Verantwortung übernehmen und als ‚positive Rollenvorbilder‘ die Jüngeren bei der Nutzung von Computer und Internet unterstützen. Diese gemeinsame Lernerfahrung trägt zur Stärkung des Selbstwertgefühls und zu einer erfolgreichen Aneignung von Medien- und Technikkompetenz bei. Gut und sicher mit Computer und Internet umgehen zu können gehört heutzutage zu den Grundkompetenzen - die Anforderungen in Schule und Beruf steigen kontinuierlich', so Gross.

Die Besucherinnen des Mädchenzentrums nutzen vor Ort am häufigsten soziale Netzwerke wie Facebook und SchülerVZ, die Videoplattform Youtube und verschiedene Chatrooms. Beim Surfen kommen immer wieder Fragen zu Datenschutzproblemen oder z.B. Mobbing auf und wie man sich dagegen schützen kann. Beim Herunterladen und Einbauen von Musik, Bildern oder Filmen sind sich die Mädchen oft unsicher, was sie frei verwenden dürfen und was nicht. Auch in Fragen zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten stehen die Mitarbeiterinnen den Mädchen gern zur Verfügung, um ihnen zu einer sicheren und verantwortungsvollen Nutzung zu verhelfen.

Für Jugendeinrichtungen, die ihre Internetkompetenzen ausbauen möchten, bietet die Stiftung Digitale Chancen ein Training an, welches haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende der sozialen Arbeit und informellen Bildungsarbeit darin qualifiziert, ihren Zielgruppen den kompetenten Umgang mit dem Internet und Web 2.0 zu vermitteln. Die Trainingskampagne ‚Inklusive Internet‘ wird im Rahmen der Initiative Internet erfahren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgeführt. Informationen dazu, eine Übersicht der Trainingstermine und die Möglichkeit, sich anzumelden finden Sie unter www.inklusive-internet.de.

Kurs Festplatteneinbau im M


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.szenenwechsel-berlin.de

Im Angebot der SDC seit 04.06.10 (sbe)

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Themenbereiche:
Spenden / Instandsetzung von Hard- und Software, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung durch Menschen mit Migrationshintergrund / Aktivitäten für Menschen mit Migrationshintergrund




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